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Erschrecken - Staunen - Freude

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. (Lk 24,35-45)

Die Jünger damals hatte es auch nicht leichter als wir es heute haben.
Sie kamen nicht leichter zum Glauben, als wir es heute tun.
Und sie hatten auch kaum mehr Sicherheit, nicht wirkliche Belege und Beweise.
Sie hatten Zeichen in ihrem Leben, Erlebnisse, die sie in der Rückschau zu deuten lernten.
Geschehnisse, von denen sie im Nachhinein spürten, dass ihnen das Herz brannte.
Solch ein Erleben gibt es auch in unserem Leben.
Diese Begegnungen, bei denen uns das Herz brennt, die finden auch wir, wenn wir in unserem Leben zurückschauen. Suchen wir sie! Finden wir sie!
Wir entdecken auch bei uns diese Augenblicke, in denen Jesus ganz deutlich spürbar an unserer Seite gewesen ist.
Solche Momente sind unendlich hilfreich.
Sie helfen, ganz fest und zuversichtlich daran zu glauben, dass er auch jetzt in diesem Augenblick ganz nah bei uns ist.
Dann spüren vielleicht auch wir die Frage Jesu an die Jünger:
„Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?“
Er bekräftigt dann auch uns:
„Schau doch her, ich bin zum Greifen nah, ich bin ganz in Deiner Nähe.“
Etwa in der Feier der Eucharistie, beim Empfang der Kommunion: „Ich bin Dir näher als alles andere. Sieh es doch, spür es doch!“
Vielleicht kann dann auch bei uns der Prozess sich fortsetzen, den die Jünger erlebten, und der im Evangelium geschildert wird: Vom Erschrecken, von der Angst, zum Staunen und schließlich zur Freude.
Wir brauchen nicht in der Ungewissheit unseres Alltags hängen zu bleiben.
Wir brauchen nicht vor den vermeintlichen Geistern, und Zeitgeistern zurückzuschrecken.
Wir wissen: Der Herr steht an unserer Seite. Er öffnet uns die Augen.

Glauben, um zu wissen!

Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Joh 20,24-29)

Um etwas zu wissen, brauche ich immer den Glauben.
Ich brauche glaubwürdige Zeugen, Quellen, denen ich vertrauen darf, Menschen, denen ich trauen kann, um überhaupt etwas wissen zu können.
Wissen ist nicht einfach besser als nur zu glauben.
Wissen und Glauben sind wie die Kehrseiten ein und derselben Medaille.
Ich kann nur wissen, wenn ich vertrauenswürdige Zeugnisse, glaubwürdige Zeugen habe, Nachrichten und vor allem Menschen, denen ich trauen kann.
Zum Wissen gehören immer zwei.
Ich, der ich von etwas erfahre, das Erfahrene abwäge und einordne, und jemand, der mir davon berichtet.
Und dieser andere, der ist der Allerwichtigste.
Dem nämlich muss ich glauben können.
Wenn ich ihm nicht trauen kann, dann sind alle seine Nachrichten wertlos, dann weiß ich so viel wie nichts.
Wenn ich nicht glauben kann, weiß ich so viel wie nichts.
Möge der Herr uns daher immer glaubwürdige Zeugen als Wegbegleiter an die Seite stellen, damit unser Glaube und unser Wissen sich ergänzen.
Mögen wir selbst für andere solch glaubwürdige Zeugen sein.
Und möge der Herr uns immer wieder begegnen in den Sakramenten und in unseren Mitmenschen, damit wir von ihm in Glauben und Wissen gestärkt werden.

Gesegnete Ostern

Liebe Schwestern und Brüder!
Gemeinsam mit dem gesamten Pastoralteam wünsche ich Ihnen allen von Herzen ein gesegnetes Fest der Auferstehung unseres Herrn.
Ostern ist das Fest des Lebens. Es steht gegen den in unserer Welt in vielfacher Gestalt gegenwärtigen Tod.
Nach der Fasten- und Passionszeit, nach der Feier von Jesu Leiden, Sterben und Tod folgt das Unvorstellbare: Wir feiern Ostern, feiern, dass durch den Tod Jesu das Leben kommt. Ostern ist das Fest des Lebens, weil Jesus in Liebe und Hingabe seinen Tod für uns angenommen hat und Gott, sein Vater, ihn zu sich in die Ewigkeit, das heißt in das Leben zieht. Darum verändert Ostern die Welt.
Ostern ist das Fest des Lebens! Das letzte Wort haben nicht Kreuz und Tod, sondern Auferstehung und Leben. Dieses Leben ist konkret und trägt das Gesicht einer Person: Es ist das Antlitz Jesu, des Gekreuzigten und Auferweckten.
Das Leben, um das es hier geht, ist das Leben, das gänzlich von Gott kommt. Es ist ein Leben, das aus der Liebe und Hingabe erwächst. Es ist die tiefste Mitte unseres Glaubens, des Glaubens an ein Leben, das als Geschenk von Gott kommt.
Ostern verändert die Welt! Es ist das Fest des Lebens, das uns Christen als Zeugen dieses Lebens braucht.

Im Namen des gesamten Pastoralteams wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Gemeinschaften den Segen von Ostern – jenen Segen, der die Kraft hat, die Welt zu verändern, zu einem Leben in Freiheit, das von Gott kommt und das uns der Auferstandene zeigt.

Ihr Pfarrer Christoph Gundermann

Palmsonntag

Es war einige Tage vor dem Osterfest. Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus.
Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor uns liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn; er lässt ihn bald wieder zurückbringen.
Da machten sie sich auf den Weg und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden, und sie banden ihn los.
Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen: Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden? Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte, und man ließ sie gewähren.
Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier, und er setzte sich darauf.
Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweigen von den Büschen ab und streuten sie auf den Weg. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe! (Mk 11, 1-10)

Es lohnt sich, das Publikum zu Palmsonntag in Jerusalem näher zu betrachten.
Man lernt dabei viel und es könnte sogar sein, dass man dabei sich selber unter den dort versammelten Menschen wiederfindet:
- in den Jüngern, die schon seit drei Jahren mit Jesus umhergezogen sind.
- in den Skeptikern, den gebildeten, weltgewandten Menschen, die an keinen Gott glauben und an kein Wunder.
- in den Beobachtern, die die Masse studieren, die Menschen beurteilen, sich über das erheben, was da geschieht.
- in den vielen Menschen, in der Masse, die Jesus zujubelt.

Wir stehen am Anfang der Karwoche.
Wir hören die Texte.
Wir erleben den Jubel - aber wissen auch um den Umschwung.
Wir sollten das Risiko des Jubels eingehen.
Aber wir sollten Gott zujubeln, nicht dem, was wir uns erträumen.
Wir sollten auf Jesus Christus schauen.
Diese Tage sind für uns Gelegenheit, uns neu auf den Weg der Nachfolge zu machen.
Wir dürfen, ja wir sollen Jesus zujubeln.
„Heilig ist der, der kommt im Namen des Herrn!“
Aber wir sollten daran denken, dass es Gottes Wille ist und nicht unsere Luftschlösser, denen unser Lob gilt.

Sehnsucht nach Gott?

In jener Zeit traten einige Griechen, die beim Osterfest in Jerusalem Gott anbeten wollten, an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. (Joh 12,20-22)

Sich danach sehnen, Jesus zu sehen, Jesus zu folgen, mit Jesus zu sein.
Sollte das nicht auch unser Wunsch als Christen sein, zunächst einmal grundsätzlich, wenn wir unseren Glauben ernst nehmen, und dann natürlich besonders an diesem letzten Sonntag der Fastenzeit?
Eine Frage kann in uns sein:
Sind wir Menschen der Sehnsucht, der Sehnsucht nach Gott?
Diese Bitte: „Wir möchten Jesus sehen“ kann für uns wie ein Schalthebel für den wahren Weg der Erneuerung unseres Glaubens sein.
Wir sollten uns einmal die grundlegende Frage stellen:
Halten wir Ausschau nach Gott?
Sind wir Menschen, die sich über Gott und seinen Gesandten, Jesus Christus, Fragen stellen?

Weg zum Licht

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. (Joh 3,14-16)

Ob Nikodemus verstand, was Jesus ihm sagen wollte?
Es sollte doch wohl heißen: „Ich gebe dir, was du zu einem sinnerfüllten Leben brauchst. Doch du musst dich entscheiden. Glaube ist nicht nur eine abstrakte Idee, sondern Glaube ist etwas sehr Konkretes. Wenn du dich für mich entscheidest, dann hat das Folgen für dein Leben."
Und das Gespräch mit Jesus hatte Folgen für Nikodemus!
Er verteidigt Jesus einmal bei einem Streit im Hohen Rat und er erweist ihm bei der Bestattung den letzten Liebesdienst.
Vielleicht kann uns Nikodemus zum Vorbild auf unserem Glaubensweg werden. Er zeigt uns, dass der Glaube an Jesus nicht einfach etwas ist, auf dem wir uns ausruhen können, sondern dass uns weiteres Fragen, weiteres Wagen nicht erspart bleiben. Doch wenn wir uns auf den Weg des Glaubens einlassen, kann es sein, dass wir zum Licht kommen, dass es in uns licht wird und dass wir anderen ein Licht sein können.

Grafik: 5,00 KB Webcam mit Blick auf Thomas-Morus-Platz und Pfarrkirche Altenhundem: Thomas-Morus-Platz

In der Pfarrkirche in Altenhundem besteht täglich von 9.00 - 18.00 Uhr die Gelegenheit zur eucharistischen Anbetung. Das Allerheiligste ist außerhalb der Gottesdienstzeiten zur Anbetung ausgesetzt. Wir laden sehr herzlich zum stillen persönlichen Gebet ein.

Stundengebet für heute

Öffnungszeiten Pfarrbüro:
Mo. - Fr. 09.00 - 11.00 Uhr
14.30 - 16.00 Uhr
Freitagnachmittag geschlossen
Pfarrgasse 6
57368 Lennestadt
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