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Brot des Lebens

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. (Joh 6,51-58)

Der zärtliche Gott

In jenen Tagen ging Elija eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin. Doch der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich. Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb. (1 Kön 19,4-8)

Der Prophet Elija ist auf der Flucht:
Vor seinen Gegnern, vor der Angst, vor sich selber, vor Gott…
Hat Gott ihn verlassen? Hat Gott ihn fallengelassen, nachdem Elija für ihn Leib und Leben riskiert hat? War all sein Mühen umsonst?
Elija ist lebensmüde und er ist Gottes müde. Er will Schluss machen mit sich, mit der Welt, mit Gott.
Aber er bleibt nicht gefangen in seiner Depression. Er geht in seiner Verzweiflung und mit seiner Verzweiflung zu Jahwe. Er richtet seinen Frust auf Gott.
Er klagt nicht irgendwohin. Er klagt zu Gott: „Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben!“ Elija spürt, dass er selber nichts mehr tun kann – aber Gott kann es!
Elija macht eine ganz neue Gotteserfahrung. Er erlebt den wirkmächtigen, den fürsorgenden, den geradezu zärtlichen Gott.
„Steh auf und iss!“ Kein Schimpfen, keine Vorhaltungen, keine klugen Ermahnungen.
Jahwe ist da, aber nicht als Fordernder, mit „Durchhalteparolen“, sondern als ein Sorgender.
Der enttäuschte Prophet, der sich vergessen meint, ist nicht vergessen.
„Da stand er auf, aß und trank und wanderte in der Kraft dieser Speise 40 Tage und 40 Nächte bis zum Gottesberg Horeb.“
Gott bewahrt nicht vor allem Leid, - aber in allem Leid.
Gott hilft nicht am Leid vorbei, aber er hilft hindurch.
Gott ist da. Er lässt den nicht im Stich, der ihm vertraut.
Warum sollte es bei uns anders sein, als bei Ellija?

Ruht ein wenig aus!

Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange. (Mk 6,30-34

Wenn viele von uns in diesen Tagen zur Ruhe kommen, wenn sie Oasen der Ruhe suchen oder eine Auszeit im Urlaub nehmen, so brauchen sie sich dafür nicht zu entschuldigen. Zu unserem Leben gehören das Innehalten, die Ruhephasen, wesentlich dazu.
Würden wir sie auslassen, dann würden wir am wahren Leben vorbeigehen.
Gerade an diesen Punkten können wir zum wahren Sinn des Lebens durchdringen.
Wir werden offener für den tiefen Sinn unseres Lebens.
Wir können Gott entdecken und sein Wirken in unserem Leben neu wahrnehmen.
Wir dringen letztlich zu Gott durch, oder er dringt zu uns durch.

Interessante Gedanken von Beda Venerabilis zum Evangelium finden sich >hier<

 

Gott sei mit Dir

Gott wahrnehmen

In jenen Tagen als ich die Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn sah, fiel ich nieder auf mein Gesicht. Und ich hörte, wie jemand redete. Er sagte zu mir: Stell dich auf deine Füße, Menschensohn; ich will mit dir reden. Als er das zu mir sagte, kam der Geist in mich und stellte mich auf die Füße. (Ez 1, 28b - 2,2a)

Der Prophet Ezechiel hat sich eine Wachheit für die Wahrnehmung des Wirkens Gottes in unserer Welt bewahrt. Er ist aufmerksam für die Spuren Gottes in der Welt und für sein Wirken. Er deutet die Zeichen richtig und dringt so zu Gott durch.
Es braucht auch in unserer Zeit diese Wachheit, diese Aufmerksamkeit für das Wesen und Wirken Gottes. Gott ist nicht nur in den großen Wundern z.B. Lourdes oder anderen Wallfahrtsorten zu finden. Gott wirkt auch in den kleinen Geschehnissen unseres Alltags und lässt sich dort entdecken.
Aber wie reagieren wir darauf?
Indem wir es leugnen? („Da muss ich mich doch wohl täuschen“) Indem wir es leugnen? (Das ist doch alles Quatsch, Gott gibt es nicht.“) Indem wir nach anderen Ursachen suchen? („Das muss sich doch wissenschaftlich erklären lassen“) Indem wir es gleichgültig hinnehmen? („Ja wenn du meinst“) Oder vielleicht doch mit Glauben, Vertrauen, Verehrung?
Beim Propheten ist es die Ehrfurcht, die Anbetung, das Überwältigt-Werden von der Erscheinung und Wirklichkeit Gottes. Und er fällt nieder, er betet an.
Er lässt sich fallen in die Hände Gottes und überlässt sich seinem Wirken.
Dazu braucht es ein großes Vertrauen und viel Mut.
Ob wir dieses Vertrauen, ob wir diesen Mut aufbringen werden?

Nicht unterbrechen!

In jener Zeit fuhr Jesus im Boot wieder ans andere Ufer hinüber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Während er noch am See war, kam ein Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt. Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn.
Unterwegs kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu Jairus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Lärm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem Mädchen etwas zu essen geben. (Mk 5, 21-24.35b-43)

Beim Wunder der Auferweckung der Tochter des Jairus versuchen die Leute aus dem Hause des Jairus zu unterbrechen. Sie sagen zu Jairus: „Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger?“ Hier wird Hoffnungslosigkeit, Frust und Enttäuschung gesät und soll Jesu Wirken unterbrechen. Jesus aber hält dagegen: „Sei ohne Furcht; glaube nur!“
Ein Wort, das auch an uns heutige Leser dieser Botschaft gerichtet ist. Es ist der deutliche Hinweis für uns in unserer angeblich so aufgeklärten und (pseudo-)wissenschaftlich begründeten Zeit den Glauben nicht aufzugeben, Jesus in seinem Wirken auch heute nicht zu unterbrechen.
Den nächsten Versuch, Jesus zu unterbrechen machen die Klageweiber. Jesus: „Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.“
Auch hier hält Jesus dagegen: „Er aber schickte alle hinaus“
Denn sein Wirken, denn Glaube spielt sich nicht auf der großen Bühne der Sensationen und der Öffentlichkeit ab. Jesus sucht die persönliche Begegnung in der Stille: „Er faßte das Kind an der Hand.“
Im Blick auf das zum Leben zurückgekehrte Kind offenbart Jesus seine Macht und Stärke, seine Souveränität, seine GOTTHEIT!!
Gott offenbart sich nicht auf der großen Bühne der Show, sondern in der kleinen stillen, leisen und unauffälligen persönlichen Begegnung, im stillen, aber intensiven Blick von Person zu Person.
Das gilt bis heute: Im persönlichen oder gemeinschaftlichen Gebet, im Empfang der Sakramente, besonders denen der Krankensalbung, der Buße und der Eucharistie blickt Jesus uns liebevoll an und will uns heilen und stärken.
Dort geschieht Glaube, dort geschieht Begegnung mit Jesus, dort geschieht Heilung, dort werden wir hineingenommen in den großen Plan Gottes, der unser kleines Leben und unsere begrenzte menschliche Realität um ein Vielfaches übersteigt.
Hüten wir uns also davor Gott immer wieder zu unterbrechen: „Seid ohne Furcht; glaubt nur!“

Gott wendet sich uns zu

Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht erleuchten!, er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi. Diesen Schatz tragen wir Apostel in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt. (2 Kor 4,6-7)

„Das Übermaß der Kraft kommt von Gott und nicht von uns.“ Das ist uns zwar klar, diese Einsicht gerät aber oft in den Hintergrund, wenn es im Alltag darum geht, alles zu erledigen, alles zu schaffen, Erfolg zu haben, Arbeitsnachweise zu erbringen.
Da ist es gut, dass Gott uns den Sonntag geschenkt hat, uns frei machen will vom ständigen Drehen um uns selbst und uns dem Himmel zuwendet, sich selbst uns zuwendet, und uns Freiheit schenken will.

Versuchen wir, den Sonntag, den Tag des Herrn, immer wieder neu im Sinne des Herrn zu verbringen. Als einen heiligen, gottverbundenen Tag und als einen menschlichen Tag. Dann kommt Segen in unser Leben. Schlagen wir dieses große Geschenk Gottes nicht einfach vorschnell aus.

"Der Herr sei mit Euch"

In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Mt 28,16-20)

Immer wieder in der Liturgie spricht der Priester der Gemeinde zu: „Der Herr sei mit Euch“.
Das ist sehr viel mehr als eine liturgische Floskel:
Das ist eine ungeheure Zusage, die wir, weil sie uns so selbstverständlich erscheint kaum mehr in ihrer ganzen Bedeutung wahrnehmen.
Der große und mächtige Gott, der Schöpfer der Welt, der Gott, der in Jesus Christus Menschen geworden ist, der uns durch das Sterben und Auferstehen Christi aus dem Tod erlöst hat und der uns als Stütze den heiligen Geist geschenkt hat, er geht mit seiner ganzen Macht, Gewalt und Güte in unserem Alltag mit uns.
Ganz egal, ob dort gerade eitel Sonnenschein herrscht oder scheinbares Dunkel uns umgibt.
Der Herr geht mit uns, und bewahrt uns sowohl vor Übermut und Überheblichkeit, als auch vor Angst und Verzweiflung.
Durch das Evangelium werden wir wieder auf diese Tatsache aufmerksam gemacht.
Wenn wir am Ende des Matthäus-Evangeliums diesen bedeutungsschweren Satz lesen: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“, dann schließt sich auch bei Matthäus ein Kreis, der in den ersten Versen durch ein Jesaja-Zitat beim Bericht über die Geburt und Kindheit Jesu seinen Anfang nahm.
Dort heißt es bereits über Jesus: „man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt. Gott ist mit uns.“
Sowohl für einen jeden einzelnen von uns, wie auch für die Welt im Ganzen wird hier deutlich gemacht, dass das Leben kein zielloses Dahintaumeln ist.
Unser Leben und das Ziel der Schöpfung ist Heil, ist Leben.
Die persönliche Lebens-Geschichte wie auch die große Weltgeschichte verläuft nicht ziellos.
Die Zukunft mag manchmal für uns Menschen im Dunkeln liegen, aber aus der Sicht des Glaubens darf der Mensch vertrauen, dass sie in das Licht der Herrlichkeit Gottes gehüllt ist.

Grafik: 5,00 KB Webcam mit Blick auf Thomas-Morus-Platz und Pfarrkirche Altenhundem: Thomas-Morus-Platz

In der Pfarrkirche in Altenhundem besteht täglich von 9.00 - 18.00 Uhr die Gelegenheit zur eucharistischen Anbetung. Das Allerheiligste ist außerhalb der Gottesdienstzeiten zur Anbetung ausgesetzt. Wir laden sehr herzlich zum stillen persönlichen Gebet ein.

Stundengebet für heute

Öffnungszeiten Pfarrbüro:
Mo. - Fr. 09.00 - 11.00 Uhr
14.30 - 16.00 Uhr
Freitagnachmittag geschlossen
Pfarrgasse 6
57368 Lennestadt
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